20.09.2019

Keine Selbsthilfe bei roten Augen

Sie ist die häufigste Augenerkrankung und klingt oft von selbst wieder ab– die Bindehautentzündung. Nichtsdestoweniger bleiben rote, juckende Augen ein Fall für den Arzt. Wer sich lediglich auf Selbsthilfe verlässt, geht ein hohes Risiko ein. ... [ mehr lesen ]

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20.09.2019

Keine Selbsthilfe bei roten Augen

Sie ist die häufigste Augenerkrankung und klingt oft von selbst wieder ab– die Bindehautentzündung. Nichtsdestoweniger bleiben rote, juckende Augen ein Fall für den Arzt. Wer sich lediglich auf Selbsthilfe verlässt, geht ein hohes Risiko ein. 

Therapie richtet sich nach Ursache

Rote Augen, die tränen und jucken, sind das typische Erscheinungsbild einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis). Manchmal stellt sich zusätzlich ein Fremdkörpergefühl ein oder die Augenlider sind beim Erwachen verklebt. „Die vermeintlich harmlosen Beschwerden sollte man allerdings nicht auf die leichte Schulter nehmen“, bemerkt Dr. Jutta Petzold, Medizinerin bei der BARMER GEK.
Bei schweren organischen Erkrankungen geht die Bindehautentzündung häufig mit Sehstörungen, Kopfschmerzen oder Übelkeit einher. Aber „Den Unterschied zwischen Warnsignal für eine ernsthafte Augenerkrankung und einer Konjunktivitis kann nur der Augenarzt erkennen“, betont Petzold. Hinzu kommt, dass eine Therapie nur hilft, wenn sie zur jeweiligen Ursache passt. Deshalb geht jeder Behandlung eine gründliche ärztliche Untersuchung voraus.

Auslöser der Bindehautentzündung

Zu den Auslösern einer infektiösen Bindehautentzündung zählen Bakterien, Viren oder Pilze. Gegen Bakterien helfen antibiotische Augentropfen. Nur gegen Chlamydien kommen Tabletten zum Einsatz. Virale Bindehautentzündungen treten meist im Rahmen von Erkältungskrankheiten auf. Beim Augenreiben gehen die hochansteckenden Viren auf die Hände und von dort auf andere Personen über. Eine gründliche Handhygiene mit Desinfektionsmittel und separaten Handtüchern verringert die Ansteckungsgefahr.

Selbsthilfe birgt Risiken

Wer in Eigenregie zu freiverkäuflichen Tropfen oder übriggebliebenen Antibiotika greift, geht ein hohes Risiko ein. „Wo eine Wirkung ist, sind Nebenwirkungen oft nicht weit. Vor allem, wenn man nicht weiß, was die Ursachen für die Beschwerden sind, haben Salben oder Tropfen ohne Rücksprache mit dem Arzt nichts am Auge verloren“, warnt Dr. Petzold.

Quelle: BARMER GEK

19.09.2019

Junge Eltern sind schlechtes Vorbild

Werden unsere Kinder immer dicker, weil ihre Eltern ein so schlechtes Vorbild sind? Das ist gut möglich. Denn die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung bezüglich Ernährung und Bewegung junger Eltern sind laut Robert Koch-Institut besorgniserregend.... [ mehr lesen ]

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19.09.2019

Junge Eltern sind schlechtes Vorbild

Werden unsere Kinder immer dicker, weil ihre Eltern ein so schlechtes Vorbild sind? Das ist gut möglich. Denn die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung bezüglich Ernährung und Bewegung junger Eltern sind laut Robert Koch-Institut besorgniserregend.

Über 2000 Eltern befragt

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Schenkt man dieser Volksweisheit Glauben, steht es nicht besonders gut um die spätere Gesundheit der heute 0 – 6jährigen Kinder. Denn ihre Eltern bewegen sich zu wenig und essen zu wenig Obst und Gemüse, heißt es in der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA). In dieser Untersuchung wurden über 24 000 Personen zu ihrem Lebensstil befragt. Gut 2300 der Teilnehmer lebten mit einem Kind im Alter bis zu 6 Jahren in einem Haushalt. Ihre Antworten bezüglich Bewegung und Obst-, Gemüse und Salatverzehr wurden von den Forschern ausgewertet und sollen das Verhalten junger Eltern in Deutschland spiegeln.

Weniger bewegungsfreudig als Gesamtbevölkerung

Die von der WHO empfohlenen 150 Minuten körperliche Aktivität pro Woche erfüllt nur ein Drittel der Eltern von 0 – 6jährigen Kindern. Väter sind mit 40,6% etwas sportlicher als Mütter, von denen nur knapp 30% die WHO-Empfehlung schaffen. Damit bewegen sich junge Eltern weniger als die Allgemeinbevölkerung: Hier kamen immerhin 45% auf die von der WHO geforderten 150 Aktivitätsminuten pro Woche.

Auch bei der Ernährung schneiden junge Eltern nicht besonders gut ab. Nur 39% essen täglich Obst, knapp die Hälfte Obst oder Gemüse. Beim Essen sind die Mütter gesundheitsbewusster als die Väter. Täglich Obst oder Gemüse verzehren 56,9% der Mütter und 36,3% der Väter.

Steilvorlage für dicke Kinder

Ein besorgniserregendes Ergebnis, betonen die Autoren der Studie. Immerhin sind Eltern und ihr Lebensstil ein bedeutendes Vorbild für den Nachwuchs. Und wenig Bewegung und schlechte Ernährung führen schnell zu Übergewicht und Adipositas. Um kindliches Übergewicht zu vermeiden ist es deshalb ratsam, junge Familien bei einem gesunden Lebensstil zu unterstützen. Zu den erforderlichen Bedingungen gehören bewegungsfreundliche Wohnumfelder, ausgewogene Lebensmittelangebote und bezahlbare zielgruppenspezifische Angebote für mehr Sport und Bewegung.

Quelle: Robert Koch-Institut

18.09.2019

Hormontherapie fördert Brustkrebs

Weltweit nehmen 12 Millionen Frauen Hormone gegen Wechseljahrsbeschwerden ein. Eine Studie bestätigt nun aber erneut: Hormonpräparate erhöhen das Risiko für Brustkrebs. Wann das Risiko besonders hoch ist, zeigt eine neue Metanalyse von 58 Brustkrebs-Studien.... [ mehr lesen ]

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18.09.2019

Hormontherapie fördert Brustkrebs

Weltweit nehmen 12 Millionen Frauen Hormone gegen Wechseljahrsbeschwerden ein. Eine Studie bestätigt nun aber erneut: Hormonpräparate erhöhen das Risiko für Brustkrebs. Wann das Risiko besonders hoch ist, zeigt eine neue Metanalyse von 58 Brustkrebs-Studien.

Östrogenmangel macht Wechseljahrsbeschwerden

Früher rieten viele Frauenärzte ihren Patientinnen, östrogenbedingte Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen und Co. mit der Einnahme von Hormonen zu begegnen. Doch die 2002 publizierte Women´s Health Study (WHI) brachte die Risiken der Hormoneinnahme ans Licht: Unter der Hormonersatztherapie stieg sowohl die Anzahl von Herz-Kreislauf-Erkrankungen als auch die von Brustkrebs. Deshalb wurden zunächst weniger Hormone verordnet.

Brustkrebsrisiko verdoppelt

Doch seit einigen Jahren geht der Trend wieder dahin, Wechseljahrsbeschwerden mit Hormonen zu therapieren. Das liegt z. B. daran, dass manche Ärzte die WHI-Studie in Frage stellen. Doch an deren Aussage ist nicht zu rütteln, wie jetzt ein Expertenteam anhand der Daten aus 58 Brustkrebs-Studien erneut nachgewiesen hat. Ihre Analyse brachte folgende Ergebnisse:

  • Bei den über 50jährige Frauen, die länger als 5 Jahre Östrogene eingenommen hatten, war das Krebsrisiko um 33 % angestiegen im Vergleich zu Frauen ohne Hormonersatztherapie.
  • Frauen mit einer Kombinationstherapie aus Östrogen plus Gestagen hatten sogar ein doppelt so hohes Krebsrisiko. Dabei war die kontinuierliche Kombination von Östrogen und Gestagen riskanter als die unterbrochene Gabe, bei der das Gestagen nur an 10 – 14 Tagen pro Monat dazugegeben wurde.
  • Auch die Dauer hatte großen Einfluss: Je länger die Hormone eingenommen worden waren, desto höher war das Risiko, Brustkrebs zu entwickeln.
  • Nach Beendigung der Hormonersatztherapie sank das Brustkrebsrisiko zwar, blieb aber weiterhin über bis zu 10 Jahre lang erhöht.
  • Sowohl Hormontabletten als auch Hormonpflaster erhöhten das Brustkrebsrisiko. Wurden die Östrogene über die Scheide eingeführt, stieg das Risiko für Brustkrebs nicht. 

Hormonersatztherapie nur unter strengen Bedingungen

Die Studienautoren schätzen, dass von den 20 Millionen Brustkrebserkrankungen, die seit 1990 in westlichen Ländern diagnostiziert worden sind, insgesamt 1 Million auf das Konto einer Hormonersatztherapie gehen. Die Analyse der 58 Brustkrebsstudien unterstreicht daher eindrucksvoll den durch die WHI-Studie postulierten krebserregenden Einfluss der Hormone. Und sie bestätigt die aktuell geltenden Empfehlungen der Fachgesellschaften, nach denen eine Hormonersatztherapie

  • nur bei sehr starken Wechseljahrsbeschwerden
  • so kurz wie möglich
  • und am besten vaginal erfolgen sollte.

Quelle: Ärzteblatt