07.04.2020

Medikamente sicher geben

Was genau heißt eigentlich „morgens nüchtern“ bei der Medikamenteneinnahme? Und wer hat Anspruch auf einen ärztlichen Medikationsplan? Diese und andere Fragen stellen sich beim Verabreichen von Arzneimitteln häufig. Hier gibt es Antworten.... [ mehr lesen ]

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07.04.2020

Medikamente sicher geben

Was genau heißt eigentlich „morgens nüchtern“ bei der Medikamenteneinnahme? Und wer hat Anspruch auf einen ärztlichen Medikationsplan? Diese und andere Fragen stellen sich beim Verabreichen von Arzneimitteln häufig. Hier gibt es Antworten.

Anspruchsvolle Aufgabe für Angehörige

Je mehr Medikamente regelmäßig einzunehmen sind, desto anspruchsvoller wird die Organisation. Das gilt sowohl für Menschen, die sich selbst mit Arzneimitteln versorgen, als auch für diejenigen, die ihren pflegebedürftigen Angehörigen bei der Medikation helfen. Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat zusammengetragen, was für eine sichere Medikamentengabe wichtig ist.

  • Zeitangaben zur Einnahme beachten. Für eine maximale Wirkung und zum Vermeiden von unerwünschten Wirkungen müssen Medikamente zum verordneten Zeitpunkt eingenommen werden. Dabei heißt „morgens nüchtern“: 30 bis 60 Minuten vor dem Frühstück, „vor dem Essen“: mindestens 30 Minuten vor dem Essen, „zweimal täglich“: alle 12 Stunden und „dreimal täglich“: alle 8 Stunden.
  • Einnahmehinweise im Beipackzettel lesen. Gleich im ersten Teil des Beipackzettels steht in der Regel, wie das Arzneimittel genau einzunehmen ist. Bei Schluckstörungen helfen dabei manchmal Apfelmus oder Kartoffelbrei. Ob dies mit dem jeweiligen Präparat möglich ist, wissen Apotheker und Ihr Arzt.
  • Hände waschen! Bevor man Medikamente anfasst, sind die Hände gründlich zu waschen, um zu vermeiden, dass Krankheitskeime an die Tabletten und Pillen gelangen. Wichtig ist auch gutes Abtrocknen der Finger, damit sich Tabletten nicht schon vor der Gabe auflösen.
  • Richtig teilen. Wenn Tabletten geteilt werden müssen, helfen im Handel erhältliche Tabletten-Teiler oft gut weiter. Wie man sie bedient findet man hier.
  • Medikamentenboxen. Zur Vorbereitung der wöchentlichen oder monatlichen Tablettenrationen gibt es Medikamentenboxen. Doch nicht alle Medikamente dürfen vorab darin gelagert werden. Arzt und Apotheker wissen, ob die erforderlichen Medikamente dafür geeignet sind.
  • Medikationsplan. Im Medikationsplan werden alle wichtigen Informationen zur Medikamenteneinnahme zusammengefasst. Wer regelmäßig mindestens 3 Medikamente, die über das Blut wirken, einnehmen muss, hat Anspruch darauf, dass Arzt oder Ärztin einen solchen Medikationsplan ausstellen. Wer sich selbst einen solchen Plan machen möchte, findet Muster zum Download im Internet, z. B. hier.
  • Vorausdenken! Bei regelmäßig einzunehmenden Medikamenten helfen eigene Listen, auf denen ersichtlich ist, wann die Packung leer ist. Eine Woche vorher sollten neue Rezepte und Medikamente besorgt werden. Hilfreich ist es auch, das Ablaufdatum des Wirkstoffs auf der Verpackung zu notieren.
  • Vorsortiert aus der Apotheke. Viele Apotheken bieten auch an, die jeweiligen Tabletten und Kapseln nach Einnahmezeitpunkt vorzusortieren und in Einzelpackungen zu „verblistern“. Das vereinfacht die Einnahme und sorgt dafür, dass die erforderlichen Arzneimittel immer zur Hand sind.
  • Informationen sammeln. Vor allem bei der Unterstützung Pflegebedürftiger, die viele Medikamente einnehmen, ist es wichtig, sich genau zu den einzelnen Präparaten und ihrer Verabreichung zu informieren. Häufig hilft schon der Beipackzettel weiter, ansonsten wissen Apotheker, Arzt und Pflegedienstmitarbeiter Rat.

Quelle: Zentrum für Qualität und Pflege

Die Schutzimpfung gegen Tetanus schützt zuverlässig gegen die gefährliche Infektionskrankheit.

06.04.2020

Gefahr aus der Gartenerde

Kleinste Wunden reichen aus, um sich mit Wundstarrkrampf (Tetanus) zu infizieren. Einen wirksamen Schutz bietet die Tetanusimpfung, die nach 10 Jahren aufgefrischt werden muss.... [ mehr lesen ]

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06.04.2020

Gefahr aus der Gartenerde

Kleinste Wunden reichen aus, um sich mit Wundstarrkrampf (Tetanus) zu infizieren. Einen wirksamen Schutz bietet die Tetanusimpfung, die nach 10 Jahren aufgefrischt werden muss.

Tetanus endet bei jedem 4. Patienten tödlich

Bei Tetanus handelt es sich um eine weltweit verbreitete Infektionskrankheit, die durch Sporen des Bakteriums Clostridium tetani übertragen wird. Diese Sporen kommen in Gartenerde und Waldboden vor. „Für eine Infektion reichen bereits […] kleine Schnitt- oder Schürfwunden aus, die man sich […] schnell bei der Gartenarbeit zuziehen kann“, erklärt der Neurologe Prof. Gereon Nelles vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN). „Menschen infizieren sich mit Tetanus, wenn Sporen des Bakteriums durch Wunden in den Organismus eindringen.“

Die Tetanussporen überleben im Freien unter widrigsten Bedingungen. Im Menschen vermehren sich die Bakterien und geben stark wirksame Giftstoffe ab. Nelles erläutert die Krankheitszeichen: „Das Toxin Tetanospasmin […] schädigt Nervenzellen […] und führt dadurch zu den typischen Muskelkrämpfen, wie sie beim Wundstarrkrampf auftreten. Ein anderer Giftstoff […] greift das Herz an.“

Eine Tetanusinfektion beginnt mit grippeähnlichen Anzeichen. Nelles führt aus, dass sich in der Folge eine Blockade der Kiefermuskulatur (Kieferklemme) und Krämpfe in der Rückenmuskulatur entwickeln, durch die sogar Wirbel brechen können. In Deutschland liegt die Sterberate trotz intensivmedizinischer Versorgung bei etwa 25 Prozent.

Gesetzliche Kassen übernehmen Kosten für Immunisierung

Die Experten der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut in Berlin empfehlen allen Erwachsenen, Kindern und Säuglingen eine Impfung gegen Tetanus. Die Kosten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen. Die Grundimmunisierung von Erwachsenen umfasst 3 Impfungen, bei Kindern sind es 4. Nach 10 Jahren muss der Impfschutz aufgefrischt werden. Der Impfstoff regt die Produktion von Antikörpern an, die eindringende Giftstoffe neutralisieren und zerstören.

Quelle: Neurologen im Netz

Weitere Informationen zur Tetanuserkrankung und der Schutzimpfung auf den Seiten des Robert Koch-Instituts.

03.04.2020

Mundschutz in Corona-Zeiten

Ob verpflichtet oder freiwillig, in Zeiten von Corona gehört das Tragen eines Mundschutzes in vielen Ländern zum öffentlichen Leben. Auch in Deutschland wird heftig diskutiert, ob die Bürger Masken tragen sollen. Was sagen Robert Koch-Institut, Gesundheitsminister und Ärzteschaft dazu?... [ mehr lesen ]

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03.04.2020

Mundschutz in Corona-Zeiten

Ob verpflichtet oder freiwillig, in Zeiten von Corona gehört das Tragen eines Mundschutzes in vielen Ländern zum öffentlichen Leben. Auch in Deutschland wird heftig diskutiert, ob die Bürger Masken tragen sollen. Was sagen Robert Koch-Institut, Gesundheitsminister und Ärzteschaft dazu?

Vermummt zum Einkaufen?

Wird in der Corona-Krise auch in Deutschland das Tragen einer Maske in der Öffentlichkeit Pflicht? Einige Städte preschen vor und planen die Maskenpflicht in Supermärkten und auf Ämtern, andere Kommunen rufen ihre Bürger zum Tragen von Schutzmasken in der Öffentlichkeit auf. Neben handelsüblichen Schutzmasken sind dabei auch selbstgefertigte Masken, ein Schal oder ein Halstuch zum Bedecken von Mund und Nase erlaubt, vielerorts wollen die Gemeinden auch Nähanleitungen zum Selbermachen von Mundschutzmasken bereitstellen.

Was selbstgenähte Masken bringen

Das Robert Koch-Institut (RKI) hält selbstgebastelten Mund- und Nasenschutz durchaus für hilfreich, da er Tröpfchen zurückhält, wenn der Träger hustet oder niest. Auf diese Weise verringert ein Infizierter das Streuen seiner Viren. Einen Schutz vor eigener Ansteckung bietet solch ein einfacher Mund-Nasen-Schutz seinem Träger jedoch nicht, betont das RKI. Das können nur virenabhaltende medizinische Profimasken. Solche FFP-Masken sollten jedoch aufgrund der Verknappung von Schutzmaterial dringend medizinischem Personal vorbehalten bleiben.

Hamsterkäufe bedrohen medizinische Versorgung

Das sieht auch die Ärzteschaft so: Solange es bei Schutzmaterialien eine Knappheit gibt, werden höherwertige Masken dringend für das Gesundheitspersonal benötigt. Eine Verpflichtung zum Tragen eines Mundschutzes sei reine Symbolpolitik und vermittele eine trügerische Sicherheit, warnt der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Andreas Gassen.

Von einer generellen Verpflichtung zum Tragen einer Maske halten die meisten ärztliche Experten so lange nichts, wie es nicht ausreichend Schutzausrüstung für das medizinische und pflegerische Personal gibt. Zudem sei es für die Bevölkerung wichtiger und effektiver, die gebotenen Hygiene- und Kontaktregeln einzuhalten und den erforderlichen Abstand zu anderen Menschen zu wahren.

Signal der Solidarität

Auch die Politik ist noch gegen eine Maskenpflicht. Zuerst sollten die beschlossenen Maßnahmen, allen voran die strikte Reduzierung sozialer Kontakte, eingehalten werden. Laut Ministerpräsident Söder führe eine allgemeine Maskenpflicht nur zu Hamsterkäufen und würde den Masken-Engpass für Krankenhäuser, Arztpraxen und Pflegedienste noch weiter verschärfen.

Bundesgesundheitsminister Spahn hält eine allgemeine Verpflichtung zum Tragen eines Mundschutzes ebenfalls noch nicht für erforderlich. Er unterscheidet zwischen medizinischen Masken, die wirksam vor einer Ansteckung schützen und dem medizinischen Personal vorbehalten bleiben sollten und selbstgebastelten Masken. Letztere können andere vor einer Ansteckung bewahren. Die große Bereitschaft der Bevölkerung, selbstgenähte Stoffmasken zu tragen, sei für ihn deshalb ein „gutes Signal“ und ein Zeichen großer „Solidarität“.

Quelle: Ärzteblatt

02.04.2020

Warum Covid-19 Italien so trifft

Warum sterben im Gegensatz zu anderen Ländern in Italien so viele Menschen an Covid-19? Italienische Wissenschaftler versuchen sich an einer Antwort.... [ mehr lesen ]

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02.04.2020

Warum Covid-19 Italien so trifft

Warum sterben im Gegensatz zu anderen Ländern in Italien so viele Menschen an Covid-19? Italienische Wissenschaftler versuchen sich an einer Antwort.

Sterberate von fast 10 %

Die Anzahl der an Covid-19 infizierten Menschen variiert von Land zu Land dramatisch. Während einige Gebiete erst wenige Infizierte zu vermelden haben, kämpfen andere damit, die Massen an schwer Erkrankten überhaupt behandeln zu können. Doch nicht nur die Infektionszahlen, auch die Sterberaten unterscheiden sich. Besonders schlimm hat es Italien getroffen: Am 25. März lag die Sterberate bei 9,9% (69176 Infektionen, 6820 Covid-19-Tote). Im Vergleich dazu betrug die Sterberate in Deutschland knapp 0,5 %. (32991 Infektionen und 159 Todesfällen), in China etwa 2,3%.

Von Demografie bis falsche Todesursache

Als Erklärung für die vielen italienischen Covid-19-Toten geistern eine Menge Spekulationen durch soziale Medien und die Presse. Auch drei italienische Wissenschaftler haben sich der Frage angenommen. Ihre Erklärungen:

  • Definition der Covid-19-Todesfälle. Jeder Italiener, der auf SARS-CoV-2 positiv getestet wurde und verstirbt, gilt in Italien als Covid-19-Todesfall. Womöglich sind aber andere schwere Grunderkrankung für den Tod dieser Patienten verantwortlich, meinen die Autoren. Denn fast die Hälfte der Menschen, die vermeintlich an Covid-19 verstarben, litten an mindestens drei schweren Vorerkrankungen wie z. B. koronare Herzkrankheit, Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder chronische Niereninsuffizenz.
  • Teststrategie. Italien hat eine sehr restriktive Teststrategie. Seit Mitte Februar werden vor allem Covid-19-verdächtige Patienten getestet, die schwere Symptome zeigen und in die Klinik eingewiesen werden müssen. Bei schweren Verläufen ist das Sterberisiko naturgemäß höher. Milde Verläufe werden gar nicht getestet und können daher gar nicht in die Statistik mit einfließen, erläutern die Wissenschaftler.
  • Italienische Demografie. Im Vergleich zu China sind in Italien besonders viele alte Menschen von Covid-19 betroffen: Knapp 38% der italienischen Infizierten waren bis zum 15. März über 70 Jahre alt, in China traf das nur auf knapp 12% der Fälle zu. Je nach Alter gleichen sich die Sterberate zudem an: In der Gruppe der 0 bis 69-Jährigen liegt sowohl in China als auch in Italien die Sterberate zwischen 0 und 3,6%. Bei den Über-80-Jährigen unterscheiden sich die Sterberaten mit 20,2% in Italien und 14,8% in China deutlich. Ursache hierfür könnte sein, dass sich in Italien besonders viele Über-90-Jährige infiziert haben, deren Sterblichkeit mit 22,7% besonders hoch ist.

Aufgrund dieser Unklarheiten lassen sich Sterberaten zwischen den Ländern kaum vergleichen, betonen die italienischen Experten. Sie fordern sowohl in Italien als auch weltweit mehr Transparenz bei den Meldeverfahren und klarere klinische Diagnosen bei Verstorbenen.

Urahne, Großmutter, Mutter und Kind ….

Derweil machen sich auch Experten anderer Länder Gedanken um die hohe italienische Covid-19-Sterberate. Die deutschen Wirtschaftswissenschaftler Christian Bayer und Moritz Kuhn von der Universität Bonn führen sie auf die in Italien ausgeprägten generationenübergreifenden Kontakte zurück. In Italien leben häufiger als in Deutschland mehrere Generationen unter einem Dach, weshalb sich das Virus auch leichter auf alte Menschen überträgt. Dagegen spricht allerdings die Erfahrung aus Südkorea: Auch dort leben häufig mehrere Generationen zusammen – bei einer Covid-19-Sterberate von unter 1 %. Die könnte allerdings wiederum von der südkoreanischen Massen-Teststrategie statistisch begünstigt sein.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie